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LICHTTAUFE LEIPZIG 2000
(Ein Frontbericht vom WGT) Juni 2000
Das ein Mann in der
Position Michael Brunners, als dem Organisator des WGTs, in Leipzig
zwangsläufig auch seinen Schwarm von Schmeissfliegen, Strauchdieben,
Gauklern, fahrenden Musikanten, Nutznießern, Künstlern und Händlerpack
einfach anziehen muss, liegt auf der Hand. Und nach dem apokalyptisch
anmutenden Zusammenbruch des diesjährigen WGTs in Leipzig ,dürfte Michael
Brunner den Verlust vieler falscher Freundschaf- ten hoffentlich als
einen Akt der Befreiung empfinden. Nun gibt die Presse den Sündenbock
zum Abschuss frei und schon blitzen die Dolche, sam- meln sich die Geier.
Im Falle von EASY ETTLER war es nicht sehr viel anders. "Wo ein
Aas ist, da sammeln sich die Geier". Und nun geht es nicht mehr
nur um Krumen und Brocken aus der Fülle des WGT- Kuchens, von welchen
man hofft, dass sie für einen abfallen. Jetzt geht es ums Ganze, und
es ist nicht der geschmackvollste Ausblick hinter den Kulissen offizieller
Schönfärbereien und stinkender Schmutzwäsche, sich die Ratten im hübsch
blassen Leichnahm des WGT verbeissen zu sehen, in Retterpose. Eine göttlich
abschäumige Kommödie. Und so mancher, der den fetten Leichengeruch geschäftstüchtig
wahrnimmt, um im näch- sten Jahr daraus einen noch fetteren Köder für
noch größere Beute zu kochen, glaubt von irgendwoher seine Legitimation ableiten zu
können, die Nachfolge Michael Brunners an- treten zu dürfen, in seinen
Fuß- stapfen wandelnd, als würde die passende Schuhgröße schon auf eine
Führungsqualität schließen lassen. Ja, was sich hinter den Ku- lissen
der schwarz-romantischen Geschäftswelt, an Erbstreitigkeiten so inszeniert,
das ist dann wahrlich eine GOTHIC-NOVELL voll kal- kuliertem Horror.
Ob ein WGT 2001 ohne den visionären Mut Michael Brunners je wieder die
Authentizität vergangener Jahre zu entfalten im Stande ist, möchte ich
bezweifeln dürfen. Trotz mancher Pannen und gelegentlicher Unperfektion,
oder gerade auch deswegen, war das WGT in Leipzig immer mehr als irgendein
Festival in gleicher Coleur. In Bezug auf VON THRONSTAHL, hatte ich
nicht die geringste Ahnung davon, wie viel Standvermögen Michael Brunner
aufbringen musste, um dem Sturm der Entrüsteten zu widerstehen. Erst
in Leipzig angekommen, wurde mir das Ausmaß des offenen Widerstands,
allmählich klar. Ein offe- ner Widerstand, der sich trotzdem immer nur
durch Zeitungen, Gerüchte, Meldungen, Schreiben und Mittelsmänner von
hinten kommend, initiiert. Diese unheilige Allianz, aus allem, was zur
Schlafenszeit der Demokratie, dann endlich doch noch einmal zusammengefunden
hat, so wie es offen- bar wohl zusammengehört. Linkeste Asphalt-Journalie,
Bild-Zeitung, Ver- fassungsschutz, Das Lokalrad = IQ-PDS, Grüne, der
leipziger Oberbürger- meister, Kriminalpolizei, ANTIFA und Gruftis gegen
Rechts. Sie alle hatten einen gemeinsamen Gegner in mir und VON THRONSTAHL
gefunden. Als mir Donnerstag Nacht ausgerechnet Stephan P., die Nachricht
vom Verbot des Von THRONSTAHL-Auftritts kund tat, beschäftigte mich
von da an nur die Frage, wie ich trotz all dieser schier unumschiffbaren
Riffe, die mir ein Landen auf der Bühne im Grunde unmöglich zu machen
schienen, trotzdem mein Zeichen setzen könnte. Mir war schon längst
klar, dass Leipzig unsere vorerst letzte Gelegenheit sein würde, öffentliche
Präsenz zu zeigen. Ob nun Auftritt oder nicht, Geschichte müsste geschrieben
werden. Gerüchten zufolge, versprach die ANTIFA wieder Demonstrationen,
auf die man, zur lächerlichen Untermalung des Geschehens, gerne hoffte,
an die aber keiner mehr glaubte. Zu oft hatten ANTIFA und Gruftis gegen
Rechts versprochen, ihre Zivilcourage, mit offener Schaustellung ihres
Protest, zu zeigen. Aber es blieben leere Versprechungen und sollte
ein solch Versprechen einmal Wirklichkeit werden, dann ist deren Eigentor,
sich zur Schau zu stellen, schon einmal vorprogrammiert. Wer will so
etwas sehen, außer mir und ein paar Freunden? Und wen soll das Bild
solchen Elends, vom Antifaschismus überzeugen, wenn die Magneten der
Geächteten auf Anziehung stehen? Die Parkbühne war mir schon 1997 mit
Forthcoming Fire ein Siegespodest, auch dieses Jahr, würde ich mir den
Triumph, um keinen Preis nehmen lassen. Einige Wochen im Vorfeld des
WGTs, hatten die Gruftis gegen Rechts, bereits den größten Teil, der
in Leipzig vertretenen Gruppen, in speziellen Schreiben aufgefordert,
den Ausschluss VON THRONSTAHLs, bei den Verantwortlichen, zu verlangen.
Vorort sprachen mir, Bandvertreter prominentester Gruppen, dann ihr
Wohlwollen aus, heimlich zwar, aber immerhin. Auch das, zumeist gotische
Fußvolk, hatte in Leipzig mehr denn je zur Kenntnis nehmen können, woher
der Wind der Unterdrückung und Bevormundung wirklich wehte. Den diesjährigen
Feldzug gegen alles, was braun und zugleich böse zu sein hatte, bekamen
die Gruftis gegen Rechts nicht nur durch ihre organisiete Elternschaft
bezahlt, sondern auch gleich
noch aus dem Spendentopf einer, den GRÜNEN nahe- stehenden, Organisation.
Immer- hin 13.000 DM, da lässt sich der Kinderkreuzzug schon führen.
Da kann man in Druck gehen, mit DIN A4-Heften, "Die Geister, die
ich rief", Druck ausüben, Ge- hirnwäschen anbieten, alles zum Preis
von 5 DM, das Heft. Und was deren Schreibarbeit von allein nicht besorgt,
das schafft dann vielleicht ein, von der Konrad Adenauer-Stiftung finanziert
und herausgegebenes Heftlein, betitelt mit "Nachtsaiten der Musik", in welchem aus bürgerlich, sozialpädagogischer Sicht, viel vergebliche
Aufklärung betrieben wird. Die ganze, unterschwellige grünrote Gemüsesuppe,
die da gegen uns aufkochen wollte und doch immer nur laue Wärme erzeugte,
bei all der Kinderpisse, die da mit eingerührt wurde, mit Laufstall
gegen Rechts-Beigeschmack, hatte aber trotz der Geschmacklosigkeiten,
wenigstens Unterhaltungswerte zu bieten, die man beim WGT nicht missen
mag. Nein, ein sang- und klangloses Abtreten von der Bildfläche, mit
anschließendem Verschwinden in den Versen der Versenkung, daran, war
unsereins gar nicht zu denken. Kapitulation schien mir ausgeschlossen,
zudem waren wir in Leipzig und der Beistand des heiligen Michaels, der
hier am Völkerschlachtdenkmal, nicht einfach nur in Stein gehauen ist,
war uns als unser Schutzpatron ja sowieso sicher. Ich umriss Stephan
P. meinen Notstand und zeigte mich einfach unbeeindruckt von jedem Verbot.
Freitag schien meine Bereitschaft dann ihre Runde schon bis zu Robert
Dobschütz gemacht zu haben, der dann offen verkünden ließ, dass der
Bundesgrenzschutz mich von der Parkbühne holen würde, sobald ich nur
in die Nähe eines Mikrophones geraten sollte. Schließlich wurde es Sonntag
und die Parkbühne rief uns zu einer Taufe des Lichts. Und wahrlich,
das Wetter hätte kaiserlicher nicht sein können. Im Rennaissance-Hotel
nahmen wir auf dem Wege zur Parkbühne, noch unsere Gage in Empfang.
so unverschämt durfte man sein, in Anbetracht der Situation und das
Geld war bei uns auch gut angelegt. Ja und entgegen der Überzeugung
vieler, war ich auch gewillt, eine Art Gegenleistung auf der Bühne zu
platzieren. Nach Empfang der Gage, gingen wir daran, uns an der Bar
mit etwas Pepsi auf Eis und wahlweise Sekt für die Damen, den Durst
zu löschen, als da plötzlich eine rasende Reporterin mit Kameramann
freundlich medial auf uns zukam, Musiker in uns vermutend und uns vorzukauen
begann, was wir bitte mal in die Kamera sagen sollten. Ja, diese kranke
MDR-Genossin glaubte uns eine Unzufriedenheit entlocken zu können, bzgl.
der Organisation, wir sollten uns möglichst negativ vor der Kamera äußern,
und dann ja noch diese Geschichte mit diesem Faschisten, der das WGT
doch stark in Verruf brächte. Wir hatten aber a. keine Zeit, b. keine
Motivation und c. wollte ich mich etwas meiner Freundin widmen. Die
Reporterin gab irgendwie nicht auf und natürlich hätte ich mir den Spass
erlauben können, vor der Kamera gegen mich selbst zu wettern. Da erblickte
ich aber auf der Couch im Foyer einen alten marxistischen Gegenspieler
sitzen, Martin, den Gitarristen von THE HOUSE OF USHER(über dessen Bandboss
Jörg, ich nichts kommen lassen möchte). Jener Martin, der engstens befreundet
mit Alfred Schobert, mir vor 3 Jahren ca., ein Weihnachtskonzert in
Leipzig mit allen Mitteln der Hinterlist, zu verhindern suchte und es
mit der Wahrheit auch nicht allzu gerne genau nimmt. Er saß also auf
der hübschen Ledercouch im Foyer des noch hübscheren Rennaissance-Hotels,
mit ein paar befreundeten Goten, trank zufrieden sein Weizenbier und
rauchte eine dicke "Mann von Welt"-Zigarre. Mit Hinweis auf
die Ledercouch, gab ich der hartnäckigen Reporterin zu verstehen, dass
Josef Klumb, dieser Faschist, der hier das WGT so schwer in Verruf bringt,
dort hinten auf der Couch säße und deutete auf ihn. Mit etwas schauspielerischer
Einsatzfreude, machte ich meiner Verzweiflung Luft. Wie dieser Mensch
es wagen könnte, sich so einfach und selbstgefällig, Bier trinkend und
Zigaretten rauchend, hier zu präsentieren. Dieses Schwein, dieses Unverschämte.
"Ja", platzte mir die Mediale in die Rede, "genau das
müssen sie in die Kamera sagen, das geht ganz schnell und dauert nur
Sekunden!" Ich erklärte ihr meine Angst, mich vor der Kamera öffentlich
gegen Klumb auszusprechen, das sei zu gefährlich, das solle jemand anders,
der zahlreich anwesenden Szenevertreter im Hotel, doch bitte tun, mir
sei das zu heiss. Wir mussten nun dringend los, zurück zur Parkbühne.
Die MDR-Genossin ließ die Kamera in Richtung Couch, in Stellung gehen,
ich machte eine Rechtskurve gleichfalls in Richtung Couch und erklärte
dem marxistischen Martin, nicht ohne den Ansatz einer gewissen Verspieltheit
und einem sehr versteckten Augenzwinkern, dass ich leider gerade keine
Zeit habe, ihm eins auf die Schnauze zu geben (ihm bei dieser Gelegenheit
die fette Zigarre, aus seinen Fingern fummelnd und unter allgemeiner
Sprachlosigkeit, tief in sein Weizenbier tunkend), um dann meinen Weg
in Richtung Ausgang weiter fortzusetzen. Ich denke, danach durfte die
Sprachfreudigkeit, unter den Versammelten im Foyer, wieder gefestigt
sein und der MDR hatte vielleicht noch seinen Filmspass mit dem Josef
K.-Double.
Auf der Parkbühne
gingen the DAYS OF THE TRUMPET CALL nun in Stellung und
die Tatsache, dass diese Live-Besetzung zur Hälfte aus
VON THRONSTAHL-Musikern bestand, bot mir die Möglichkeit
eines Einstiegs. Mittlerweile war die Kriminalpolizei
hinter der Bühne schwer darüber besorgt, ob denn dem
Verbot auch mit allen Mitteln, Folge geleistet würde.
Unter das Volk hatten sich auch schon Leute vom
Ordnungsamt gemischt, ebenso Verfassungsschutz und
Verteter geheimer Bundeswehrkreise. Dem MAD (Militärischer
Abschirm-Dienst), der seine Präsenz nicht gänzlich
geheim halten konnte, diente die Beobachtung an der Parkbühne
zu späteren Studienzwecken an einer Bundeswehr-Akademie,
wie man im Nachhinein hörte. Wie dem auch sein sollte,
meine Koordination des VON THRONSTAHL- Bühnenzaubers
wurde mir dadurch erschwert, dass man einen
Sicherheitsmann zu mir abkommandiert hatte, der mir auf
Schritt und Tritt, nicht aus dem Windschatten wich. Den
rasenden Reporter des FOCUS indes , sah ich von fern die
Parkbühne verlassen, im Schwitzkasten eines gestrengen
Security -Söldners. Wie bedauerlich. Vielleicht hatte er
ja ausserhalb wichtige Termine. Der Film, den er nicht
behalten durfte, und das hatte er mit vielen seiner Zunft
gemein, wurde mit energischen Handgriffen seitens der
willigen Ordner, im Handumdrehen schnell-belichtet. Mit
dem geballten Erscheinen VON THRONSTAHLs, nebst
Freundeskreis am Ort des bevorstehenden Geschehens, war nämlich
Fotographier-und Filmverbot über die Parkbühne verhängt
worden. Am Verkaufsstand hatten sich indes jene, "alternativ
gekleideten Journalisten", über die Auslagen der
Verkaufsstände hergemacht und stöberten in CD-Booklets
und Büchern (offenbar von Forschungsdrang getrieben),
nach braunen Spurenelementen. Es war jene Sorte an
Journalie, welche Stephan P. mir in seinen WGT-Erinnerungen
bescheinigte, angepöbelt zu hab en und deren Gnade und
Gunst er jetzt zu suchen scheint. "Alternativ
gekleidete Journalisten", wie diplomatisch von Herrn
P. dieses Pack nicht beim wirklichen Namen zu nennen. Ich
erklärte einigen, dieser Gestalten, dass sie
augenblicklich verschwinden dürften, -vielleicht erklärte
ich darüber hinaus, noch einiges mehr,-es sollte
niemanden verwundern. Auch die hinterrücks
Fotografierfreudigen, durften meine sehr eigene Meinung
bzgl. ihrer Anwesenheit, offen zur Kenntnis nehmen. Ich wünschte
mir, stellvertretend für tausend aufgeklärte
Journalisten, die hier rund um die Uhr, die schwer erkämpfte
Pressefreiheit missbrauchen, einen einzigen Reporter der
Marke "SPIEGEL", um meinen ganzen heißen Dampf
an ihm aus- und abzulassen. Oder 100 ihrer Sorte und ein
Standgericht. Eine sonntägliche Phantasie in
marsianischem Rot. Ich sehe diese Spezies aus 80 %
innerem und äußerem Schweinehund, keine Vertreter mehr
jener Freiheiten von 1848. 1984 stattdessen und ein
Presseausweis, der jeden Rufmord rechtfertigt, jederzeit.

VON THRONSTAHL "LICHTTAUFE"
Leipzig, v.l.n.r.: J., F., D.
THE DAYS OF THE TRUMPET
CALL waren nun im Begriff ihren regulären Auftritt zu
beenden. Wie geplant gingen links und rechts des leer
stehenden Mikrophonständers, unsere beiden Spatenträger
Jirka und Dietmar in Stellung, die neuen Edelspaten mit
den Eisen schlagartig auf den Bühnenboden stoßend, die
Hände über den Griffen geballt, den Eindruck thronstählerner
Präsenz standhaft erweckend, während Frank die "SCHWARZE
SONNE" - Flagge (versetzt hinter dem Mikrophonständer
stehend), in ebenso aufrechter Haltung, wie ein Signal präsentierte.
Maik indes, brachte die Gitarre in Anschlag und Raymond
brauchte nur von THE DAYS OF THE TRUMPET CALL auf VON
THRONSTAHL umzuschalten, schob eine reguläre VON
THRONSTAHL- CD in das Laufwerk und schickte damit meine
eingemachte Stimme über die Bühne hinweg, durch die
Lautsprecherboxen, während ich selber mit Freundin und
Freundeskreis, inmitten des Publikums weilte und mich
sichtlich daran erfreute, auf welch gelungene Weise, wir
das offizielle Auftrittsverbot, einfach sehr eng
umschifften. Schon mit den ersten Takten von "MITTERNACHTSBERG",
erhob sich das Puplikum, strömte zur Bühne und die
einzigen die überhaupt nicht wussten, was und wie ihnen
geschah, geschweige denn WAS hier im wahrsten Sinne des
Wortes gespielt wurde, waren die Kriminalpolizei,
Ordnungsamt und wer sonst noch so anwesend war, um das
schlimmste zu verhindern. "Und liegt Deine Seele im
tiefen Schlaf noch und scheint auch Dein Herz gefrorn,
zum Zwecke Dich zu erwecken, wurden wir wiedergeborn. Ich
weiß unser Licht sich erheben, von kommender Frucht
raunt die Saat , mir träumt von Ernte und Leben, Wille
befiehl mich zur Tat." VON THRONSTAHL, "MITTERNACHTSBERG".

Bild aus einer
Sommerausgabe des Metal Hammer
(Fahnenjunker F., Rilkes "Cornet"
interpretierend:
"ICH TRAGE DIE FAHNE"
Die Sonne schien nun
wahrlich vom Himmel, wie zu einer LICHT-TAUFE, so wie es
das Motto dieser Veranstaltung ja war. Freund und Feind
wussten, dass diese Inszenierung in Verbindung mit dem
Auftrittsverbot, um ein vielfaches stärker strahlten,
als ein regulärer Auftritt es vermocht hätte. Ich
genoss das Licht der SCHWARZEN SONNE und den Applaus des
Puplikums, wie ein Bad an Genugtuung. Zu früh hatten
sich unsere Gegner gefreut. Ihr schmutziger Lorbeer
musste nun welken,-in meiner vergleichsweisen Sonne von
Austerlitz. Die "SCHWARZE MÄDCHENTRAUBE" floss
nun zur Feier des lichten Tages, in dunkelroten Strö
men, wie in guter alter Zeit. Berauschend, die Sonne, der
rote Saft und der Sieg. Es gab keine Toten, wir zählten
keine Gefangenen. Der Beistand des ERZENGELS MICHAEL, die
Standhaftigkeit MICHAEL BRUNNERS, die Qualitäten von
Zeit und Ort und die Reaktion des Puplikums strafen jede
Stimme Lügen, welche uns diesen Triumph zu schmälern
sucht. Nach einer Viertelstunde schließlich war der
Lichtzauber zu Ende und die Ordnungskräfte hatten auch
die Bühnen und P.A. Technik, wieder fest im Würgegriff.
Nun warteten die suspekten Herren von ASPEKTE (ZDF)
darauf, mich interviewen zu dürfen. Und auch in ihrem
Fall, ließ ich die Losung verkünden, dass, wer will,
auch zahlen muss. Und daran erkenne ich dann, ob eine öffentlich
rechtliche, oder Privatfernsehn-Institution, ein
Interview auch wirklich will. Sie wollten und zahlten bar.
Mir war ja auch schon klar, was man gerne von mir hören
wollte, und schnell war mir auch klar, in welche Richtung
mich die gezielten Fragen manövrieren sollten. Ich ließ
mich aber zu keinerlei verwertbaren Härten verleiten,
war wohl auch zu angenehm betrunken, um unbedingt
politisieren zu wollen oder überhaupt noch zu können.
Das ich mich als
INDIVIDUAL-FASCHIST bezeichnete, fand man dann aber doch
so interessant, das diese Sequenz nebst 5 Sekunden
Demokratie-Skepsis, die ich zum besten gab, am 23.Juni
2000 dann über die Bildschirme gestrahlt wurde, ohne das
die Welt weiteren Schaden nahm. (wieder einmal ein 23.ster)
Aus einem Interview mit Peter Matzke für MDR- KULTUR vom
14.6.2000, folgender Leckerbissen :
"ES IST FÜR MICH BEDRÜCKEND ZU ERLEBEN, WIE EIN
FESTIVAL, WO 1000 KÜNSTLER AUFTRETEN UND VIELE TAUSEND
LEUTE KOMMEN, JETZT ZUR FUSSNOTE VON JOSEF MARIA KLUMB
DEGRADIERT WIRD. ICH HAB IN DEN LETZTEN ZWEI TAGEN MIT 15
ODER 20 PRESSEVERTRETERN GEREDET UND NIEMALS HABE ICH DIE
CHANCE GEKRIEGT, ETWAS ÜBER MUSIK, ÄSTHETIK, LEBENSGEFÜHL
ZU ERZÄHLEN. ICH HABE MIR SCHON GAR NICHT MEHR GETRAUT,
"WAVE GOTIC" ZU SAGEN. JEDER ZWEITE SATZ
ENTHIELT IMMER DIE DREI WORTE "JOSEF MARIA KLUMB"
UND DAS MACHT MICH FERTIG."

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